Ehrenpreis CLARA

Alle zwei Jahre verleiht das ifz den Ehrenpreis CLARA an Frauen, die sich in besonderer Weise für Frauen und Kinder engagieren.

Ehrenpreis CLARA 2021 an Almut Schubert.
Sie ist seit Jahrzehnten als Synodalbeauftragte der Evangelischen Kirche ehrenamtlich in der Flüchtlingsberatung tätig und hat einen interkulturellen Frauentreff geleitet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Preisträgerin
Preisträgerin mit Künstlerin der CLARA-Figur, Laila I. und Bürgermeisterin Gaby Mayer
Preisträgerin mit IFZ-Frauen          

Artikel vom General Anzeiger vom 22.11.2021 von Sandra Hadenfeldt:

Ehrenpreis CLARA für Almut Schubert : Bonnerin für Engagement in der Flüchtlingsarbeit ausgezeichnet

Die Bonnerin Almut Schubert hat am vergangenen Freitag den Ehrenpreis CLARA für ihr Engagement in der Migrations- und Flüchtlingsarbeit erhalten. Alle zwei Jahre verleiht das Internationale Frauenzentrum (IFZ) Bonn diesen Preis an Frauen, die sich in besonderer Weise für Frauen und Kinder einsetzen.

Schubert ist Synodalbeantragte für Migrations- und Flüchtlingsarbeit des Evangelischen Kirchenkreises in Bonn. Seit 32 Jahren engagiert sie sich außerdem ehrenamtlich bei der Flüchtlingshilfe Bonn. „Almut hat hunderten von Menschen geholfen. Sie ist eine tolle Beraterin, die sich auch in aussichtslosen Fällen nicht entmutigen ließ.“, sagte Coletta Manemann, Integrationsbeauftragte der Stadt Bonn. Die Synodalbeauftragte berät vor allem geflüchtete Frauen, die in Bonn leben. Für Sie sei es ein Erfolgserlebnis, wenn die Behörden den Aufenthalt in besonders schwierigen Fällen genehmigen. Neben ihrer Arbeit als Beraterin, organisiert sie Gesprächskreise wie das Café International im Stadtteil Tannenbusch. Hier haben geflüchtete Frauen die Möglichkeit, deutsche Frauen kennenzulernen und über persönliche Probleme zu sprechen. Almut Schubert sagt, dass diese Kreise sehr wichtig für die Integration seien, denn sonst blieben die geflüchteten Frauen nur unter sic

Außerdem bieten sie und die Flüchtlingshilfe Bon unter anderem Koch- und Gymnastikkurse an. „Viele Frauen sind den ganzen Tag nur zu Hause und brauchen diese Angebote“, sagt Schubert. Am Abend der Preisverleihung erzählte sie auch von den Ausflügen, die sie mit den Frauen gemacht hatte. Ihre lebhaften Anekdoten zeigten, wie viel Spaß und Freude ihr die Arbeit mit den Flüchtlingen bereitet.

Alles begann mit einem Mädchen aus Sri Lanka

Die studierte Pädagogin zog mit ihrer Familie im Jahre 1979 nach Tannenbusch. In die Schulklasse ihrer Tochter ging ein Mädchen aus Sri Lanka, das vor Kurzem nach Deutschland gekommen war. Ihr Vater hatte geahnt, dass bald ein Bürgerkrieg auf der Insel ausbrechen wird. Aus diesem Grund entschied er sich dazu auszuwandern und fand eine Anstellung in Bonn. Das Mädchen und ihre Mutter durften sich zwar in Deutschland aufhalten, doch besaßen sie nur sehr wenig Rechte. Die Mutter durfte beispielsweise keine Arbeit annehmen. Almut Schubert hielt diese Regelung für inakzeptabel und setzte sich für ihre Rechte ein.

Als Synodalbeauftragte konnte Almut Spenden für die Flüchtlinge sammeln. Dies war ein glücklicher Umstand, denn es wäre nicht leicht gewesen, Geld für die Flüchtlinge zu bekommen. Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten habe sich in den vergangenen dreißig Jahren viel getan, wie sie berichtet. „Damals gab es diese ganzen Strukturen der Integration nicht und sie mussten erst aufgebaut werden.“

Am Abend der Preisverleihung waren außerdem die ehemalige Preisträgerin Anna Etter und die stellvertretende Bonner Bürgermeistern Gabi Mayer anwesend. Der Preis ist eine Holzfigur in Form des IFZ-Logos, das eine Frau darstellt.

 

Ehrenpreis CLARA 2019 an Anna Etter


Das internationale Frauenzentrum Bonn verleiht in diesem Jahr zum vierten Mal den Ehrenpreis CLARA. Clara steht für die Frau mit dem klaren, weitsichtigen Kopf. Kriterium für die Auswahl der Preisträgerin ist jeweils, eine Frau zu finden, die ähnliche Ziele wie das ifz verfolgt.  Das ifz, inzwischen in seinem fast 20. Wirkungsjahr in Bonn, zählt rd.100 Mitglieder. Die Frauen kommen aus Europa, Asien, Afrika und Lateinamerika. Das ifz setzt sich ein für Frieden und Menschenrechte, für mehr Gerechtigkeit zwischen Mann und Frau.  Das ifz nimmt aktiv an Aufklärungskampagnen für die Rechte der Frau teil. Frauen werden ermutigt, sich für ihre Belange einzusetzen und sich sozial zu engagieren. Dieses Jahr haben wir uns für Anna Etter als Preisträgerin entschieden. Die Bonnerin Anna Etter hat im Jahr 2008 in Thiruvannamalai in Tamil Nadu / Südindien mit ihrem Einsatz für verstoßene Witwen angefangen. Daraus hat sich dann der Verein OM Shanti e.V. entwickelt, mit dessen Mitteln und Unterstützenden sie vielen alten und jungen Witwen mit ihren Kindern wieder zu einem würdigen Leben verhilft.

Clara2019a


General-Anzeiger Bonn, 18.10.2019

Clara2019b

Bonner Rundschau, 30.10.2019

 
Ehrenpreisverleihung CLARA 2017 an Christel Naylor

Seit 34 Jahren arbeitet Christel Naylor für den Verein „Hilfe für Frauen in Not – Frauenhaus in Bonn“. Seit 34 Jahren unterstützt die 82-jährige dort Frauen und Kinder, die Opfer von Gewalt geworden sind.  Und das Wichtigste:  Seit 34 Jahren macht Cristel Naylor diese Arbeit ehrenamtlich. Das ifz zeichnete sie für ihre besonderen Einsatz aus.

„Es ist schön zu wissen, dass unser Arbeit in dem Haus auch öffentlich Anerkennung findet“, so die Preisträgerin. Der Preis gehöre nicht ausschließlich ihr, erklärte Christel Naylor, sondern dem Frauenhaus im Allgemeinen und allen Mitarbeitern, die tagtäglich so viel leisten. Seit 1983 ist die Bonnerin im Frauenhaus tätig, zuletzt war sie Vorsitzende des Vereins. „Unser Ziel ist es, Frauen auf dem sehr schwierigen Weg raus aus der häuslichen Misere in die Eigenständigkeit zu begleiten“, sagte Naylor.

Jutta Lutz-Kadereit, Noushin Shojaei und Hedwig Benke vom ifz geht es darum, auf die Arbeit aufmerksam zu machen:  „Unsere Preisträgerinnen sind Frauen, die sich unglaublich viel engagieren, aber immer im Dunkeln arbeiten. Wir wollen mit unserer Auszeichnung die Arbeit dieser Frauen sichtbar machen“, erklärte Lutz-Kadereit.

In Zukunft wird Naylor im neu gegründeten Beirat des Vereins mitwirken und sich schrittweise von der Arbeit zurückziehen. „Ich denke langsam daran, dass meine Lebensuhr abläuft“. sagte die 82-jährige lächelnd. Wenn sie zurückschaut, ist sie auf zwei Projekte besonders stolz: Wir haben im Laufe der Zeit zwei Kinderprojekte entwickelt, einmal ‚Mut tut gut‘ und ‚Kinder lernen lernen‘. Die Projekte richten sich an die Kinder, die von der Gewalt natürlich mitbetroffen sind“. Sich von der Arbeit zurückzuziehen, fällt ihr nicht leicht: „Das Frauenhaus hat mich immer jung gehalten. Die Menschen dort sind meine zweite Familie.“

Von Charleen Florijn, General-Anzeiger, 19.10.2017