Das IFZ Bonn auf der Deutsch-Tschechischen Konferenz in Liberec
Das Internationale Frauenzentrum Bonn existiert seit knapp einem Jahr. Kürzlich stellte es sich bei einer internationalen Konferenz vor. 

Die Konferenz fand vom 22.-24. September 2000 in Liberec, dem ehemaligen Reichenberg, in der Tschechischen Republik statt. Unter dem Motto "Agenda 21 - neue Chancen für Frauen" trafen sich Frauen aus Tschechien, aus Polen, aus der Slowakei und aus Deutschland zu einem internationalen Dialog über zukunftsfähige Entwicklung. Ziel der Konferenz war es, Ideen für die Erarbeitung einer Lokalen Agenda in der Region Liberec zu entwickeln. In der tschechischen Republik steht der Agenda-Prozess erst am Anfang.
Zu seiner vierten Konferenz konnte das ‚Deutsch-Tschechischen Forum der Frauen' im Kolosseum, dem Kulturzentrum der Stadt Liberec, ca. 80 Teilnehmerinnen begrüßen. Mitinitiatorin dieser Veranstaltung war Heide Schütz, die auch Vorsitzende des in Bonn ansässigen Vereins Frauennetzwerk für Frieden ist. 
Nach Grundsatzreferaten von Frau Dr. phil. Alena Reitschmiedova, Prag, und Frau Dipl.- Ing. Silvia Hesse, Hannover, zu den Beschlüssen von Rio 1992 wurde von deutscher Seite die Rolle der Frauen im Agenda-Prozess verdeutlicht. Dabei wurde neben den Erfahrungen des Agenda-Büros Hannover das Internationale Frauenzentrum Bonn als erfolgreiches Projektbeispiel vorgestellt. Ein Fahrrad-Projekt aus der Region Frýdlant zur Rettung der ursprünglichen Natur, das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin (nordöstlich von Berlin), Gespräche gegen den Rassismus in Brünn sowie das Projekt Bürgerbeteiligung zur Stadterneuerung in Kladno waren weitere gelungene Beispiele.

Konferenzsprachen waren Deutsch und Tschechisch. Da dem Vorstand des IFZ Frauen aus mehreren Nationen angehören, war es möglich, das IFZ sowohl in deutscher als auch in tschechischer Sprache vorzustellen. Das Projektbeispiel Internationales Frauenzentrum Bonn mit seinem multikulturellen Ansatz, als Kontakt- und Anlaufstelle für Frauen aller Nationalitäten, unabhängig von Alter, religiöser und sozialer Zugehörigkeit kam bei den Frauen der Konferenz sehr gut an. Zu den erklärten Zielen der Agenda 21, gerade auch auf lokaler Ebene gehört ja die Integration anderer Nationalitäten, das gegenseitige Kennenlernen, das dazu beiträgt, Vorurteile abzubauen. Am zweiten Konferenztag, als die Teilnehmerinnen in Gruppen nach der ‚Open Space Methode' zu verschiedenen Themen arbeiteten, wurde das IFZ, das Frauen vielfache Möglichkeiten zur Bildung und Vernetzung bietet, immer wieder als Beispiel herangezogen. In den Ergebnisberichten der verschiedenen Arbeitsgruppen erschien am Ende eine Vision: Ein Internationales Frauenzentrum, auch für Liberec.

Wir freuen uns, dass wir einen Betrag zur Konferenz leisten konnten. Unsere Idee hat Interesse, ja Begeisterung ausgelöst. Wir stehen mit den Frauen aus Liberec weiter in Kontakt und haben sie zum Besuch bei uns in Bonn eingeladen. Natürlich werden wir uns mit allen Kräften dafür einsetzen, dass auch in Liberec ein Internationales Frauenzentrum entsteht .

Bonn, 11.10.00                      Saber Prshnig und Gabriele Albert-Trappe