ifz - Rückblick

  Afrikalogo

Neue Partnerschaft mit Afrika – Ohne Zivilgesellschaften ?

Die zweitägige Afrika-Konferenz wurde am 01. und 02. Dezember 2006 in Bonn von deutschen und afrikanischen zivilgesellschaftlichen AkteurInnen und Organisationen veranstaltet, um gemeinsam Strategien für eine von der Zivilgesellschaft mitgetragene neue, geschlechtergerechte Partnerschaft mit Afrika zu entwickeln.

350 AfrikanerInnen und Deutsche haben sich bei der Konferenz in Bonn in die engagierten Diskussionen eingebracht und ihren Willen bekundet, sich auch in Zukunft für die Verbesserung der Partnerschaft mit Afrika einzusetzen.

 Es wurde leidenschaftlich und kontrovers vor allem über folgende Fragen diskutiert:

1. Wie sollen die Politikfelder der Migrations- , Integrations- und Entwicklungspolitik verknüpft werden ?

2. Wie können zivilgesellschaftliche Kräfte für eine neue Partnerschaft mit Afrika stärker eingebunden werden?

3. Wie können die in Bonn lebenden AfrikanerInnen für eine Partnerschaft mit Afrika mobilisiert werden?

4. Wie kann der Dialog zwischen AfrikanerInnen und Deutschen vertieft werden?

5. Wie kann ein größeres Verständnis für Migrations- und Fluchtursachen von AfrikanerInnen geschaffen werden?

6. Wie kann die Vernetzung der für Afrika engagierten Organisationen und Einzelpersonen intensiviert und verbessert werden?

7. Wie kann das Bild Afrikas in Deutschland verändert und seine kulturelle Vielfalt und Diversität in den Vordergrund gerückt werden?

Zur Vertiefung dieser Fragen arbeiteten die Teilnehmer in sieben Foren zu folgenden Themen: Wissen und Können, Gleichstellung der Geschlechter, Fluchtursachen und Leben in der Illegalität, Krank in der Fremde, Interreligiöser Dialog, Transferleistungen, Bonner Netz für Neue Afrikanische Partnerschaften.

In der Podiumsdiskussion wurde Folgendes herausgestellt:

Folgende Resolutionen wurden am Ende der Konferenz gemeinsam verabschiedet:

1) Bildung eines Afrika-Netzwerkes. Dieses Netzwerk soll von der Zivilgesellschaft, von Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und den Medien getragen werden. Es dient dem Erfahrungsaustausch in der Lobby- und Projektarbeit sowie der Durchführung mindestens einer größeren gemeinsamen Veranstaltung pro Jahr.

2) Die KonferenzteilnehmerInnen tragen die konkrete Vision zur Bildung eines Bonner Afrika-Zentrums, da eine zentrale Anlaufstelle für eine bessere Vernetzung und den weiteren Ausbau zivilgesellschaftlicher Aktivitäten mit Afrika-Bezug dringend benötigt wird.

3) Die Konferenzteilnehmer schließen sich den Forderungen des Eine Welt Netzwerkes NRW an und fordern den Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein Westfalens auf, das Fördergeschäft der Stiftung Umwelt und Entwicklung seitens des Landes wie bisher für die Jahre 2007 und 2008 abzusichern. Nach dem jüngsten Koalitionsbeschluss droht der Stiftung das Aus. Dies wäre für jedes ehrenamtliche Engagement ein Schlag ins Gesicht.

4) Die Bundes- und Landesregierung sowie die Stadt Bonn werden  auf gefordert, gegen den Beginn des Prozesses gegen die Cap – Anamur - Crew zu  protestieren, denn humanitäre Hilfe für Menschen in Not ist keine Straftat. Es wird ein schnelles Ende des Verfahrens gefordert, sowie eine umfassende Rehabilitierung von Stefan Schmidt, Elias Bierdel und Vladimir Daschkewitsch.

Die TeilnehmerInnen der Afrika-Konferenz verstehen diese Beschlüsse als Auftakt der umfassenden Arbeit zur Stärkung der gesellschaftlichen Position der in Deutschland lebenden AfrikanerInnen und ihr Engagement für die Länder Afrikas.

Das Internationale Frauenzentrum hat sich bereit erklärt, den Prozess vorerst weiter zu organisieren und koordinieren, bis eine eigenständige Organisationsform gefunden wird.

Die kulturelle Vielfalt Afrikas kam nicht zu kurz bei dieser Afrika - Konferenz. Der kulturelle Teil endete Samstagnacht mit einer sehr gelungenen Mischung aus leiblichem, ästhetischem und musikalischen Genuss: Ein köstlich zubereitetes afrikanisches Buffet,  eine quasi professionelle  Präsentation afrikanischer Modeschöpferinnen und  afrikanische Rhythmen der in Bonn bekannten Musikgruppe „Mami Wata“.

Catrin Becher